TEXT.christoph karcher

Was den Schädel im Innersten zusammenhält

Was Formen über das Leben verraten: Ingmar Werneburg erforscht, warum Lebewesen so aussehen, wie sie aussehen.

Auszüge:

Ein wenig furchterregend sieht der knöcherne Schädel aus. Mit einer Öffnung in der Mitte, fremd und fantasieanregend. Man glaubt sofort, was Ingmar Werneburg beim Gang durch die Paläontologische Sammlung der Universität Tübingen erzählt: Solche Fundstücke könnten der Ursprung der Legende von einäugigen Riesen sein,den Zyklopen. „Die Menschen vor tausenden Jahren konnten sich eine derartige Schädelform vermutlich nicht anders erklären.“

„Wenn ich ein Fundstück untersuche“, er deutet auf eine fossile Brückenechse, „bin ich zunächst der Betrachter, der Formen auf sich wirken lässt. Ich erkenne ein Reptil und frage mich, warum Kopf und Kiefer so geformt sind. Und warum anders als bei einem Hund oder bei mir?“ Die Faszination sei im Grunde die eines Kindes vor einem Dinosaurier-Skelett. Es wolle wissen, in was für einer Welt der T-Rex lebte. „Warum ist der so groß – und ich bin so klein?“

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