TEXT.christoph karcher

Digitaler Schlüssel zur Vergangenheit

Wie Künstliche Intelligenz uralte Handschriften zugänglich macht: Tübinger Historikerinnen erproben eine spezielle Transkriptions-Software.

Auszüge:

Man spürt die Faszination in Dorothee Huffs Stimme, während sie die Passage aus den Tagebüchern des Altphilologen Martin Crusius vorliest. Vor rund 400 Jahren beschrieb er, wie die Pest Teile der Tübinger Universität ins Exil zwang. „Es ist total spannend, die Ereignisse von damals zu lesen und mit unserer Pandemiesituation heute zu vergleichen“, sagt die Historikerin.

Den meisten Menschen bleibt der Blick in diese Lebenswelt des 16.Jahrhunderts verwehrt – weil sie die alte lateinische Handschrift schlicht nicht lesen können. Auch für geübte Schriftkundige ist das Transkribieren von Hand oft mühsam.

Im Rahmen des baden württembergischen Projekts OCR BW testet die Historikerin Huff mit Kolleginnen und Kollegen eine speziell entwickelte Software: Transkribus. Das Programm wandelt historische Quellen in digitalen Volltext in moderner Schrift um.

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